Bedingt durch die warmen Tage steigt die Temperatur in meinem Keller auf gegenwärtig 21,5 Grad. Der Temperaturanstieg erfolgte langsam und kontinuierlich. Ebenso verhält es sich beim Fallen der Temperatur.
Sind diese 21,5 Grad zu viel, muss ich mich schleunigst um einen kühleren Lagerort bemühen, oder ist die Temperatur nicht so bedeutsam, da Temperaturan- und -abstieg langsam vonstatten gehen?
Gruß Ingo
Hallo Ingo,
obs bei dir im Keller mal vorübergehend 21 oder 22 Grad warm wird, ist nach all meinen bisherigen Erfahrungen von vernachlässigbarer Bedeutung.
Weine reifen wohl etwas schneller und etwas weniger fein, wenn sie längerfristig höheren Temperaturen ausgesetzt wurden. Aber dabei geht es erst mal eher um Nuancen. Wenn du deine Flaschen unbedingt noch 40 Jahre lagern willst, solltest du dir eventuell Gedanken um einen ganzjährig besonders kühlen Keller machen. Aber ansonsten ist keine Panik angesagt.
Aus Platzgründen verwahre ich einige Flaschen stehend unter dem Küchenregal. Und in meiner Küche waren es heute nachmittag gute 28 Grad *ächz*. Größere Sorgen um die Weine mache ich mir aber vorläufig nicht. Ein paar Pullen von Rebholzens 03er Gewürztraminer-Auslese stehen schon seit knapp 5 Jahren in dieser Küche herum und sind entsprechenden Temperaturschwankungen ausgesetzt. Trotzdem schmeckt mir dieser Wein inzwischen besser als in seiner absoluten Jugend.
Viele Grüße
Bernd
Hallo Bernd,
danke für die Antwort, so sind auch meine Erfahrungen. Habe zu über 90 % nur Bordeaux im Keller, von denen noch keiner kaputt war (abgesehen von Kork). Ich lese aber immer wieder, z. B. vom Winterminator, Robert Parker und anderen, die viel und viel Gutes trinken, dass nur die top gelagerten Flaschen ihr volles Aroma entfalten. Vielleicht gehen meine Weine ja nicht vor die Hunde und werden fehlerhaft, aber sie entwickeln sich evtl. nicht gut. Oder ist das Esoterik? Hat denn niemand eine Doktorarbeit über das Thema verfasst
Gruß Ingo
Moin, moin,
ich freue mich über die schönen Temperaturen im Norden, sind ja in der Regel nur einige Tage im Jahr. Dabei steigt auch die Kellertemperatur (bislang noch unter 20 Grad), aber die langsamen Schwankungen von grob 12-22 Grad haben kaum Auswirkungen gehabt. Zumindest ist mir nichts Extremes aufgefallen. Vor einigen Jahren hatte ich mal zufällig den Vergleich zwischen meinen Weinen und den gleichen, aus gleicher Lieferung, die bei einem Freund im Keller eigentlich besser aufgehoben sein sollten (Altbau, kühler), ich fand meine einfach besser. Das mag Zufall sein, beruhigt mich persönlich aber.
Schönen Sommer noch wünscht
Wolfgang
Hallo Wolfgang,
vielleicht sollte ich in den Norden auswandern, denn im Moment mache ich mir mehr Sorgen um mich als um meine Weine.
Wenns in der unteren Etage 28 Grad hat, kann man sich ja ausmalen, wie es oben unterm Dach, wo aus akustischen Gründen mein Arbeitszimmer liegt, aussieht. Die genaue Temperatur will ich lieber gar nicht wissen.....
Schönen Sommer noch wünscht
Du solltest mir lieber ein kräftiges Gewitter wünschen!
Kurz vor dem Kreislaufkollaps stehend grüßt
Bernd
Moin Bernd,
Sommer ist doch schön, gemütliche 28,2 Grad hier im Büro, keine optimalen Arbeitsverhältnisse, zu Hause ist im Keller kühl aber nicht mehr kalt (so um die 18), im Haus richtig mollig (aber für die Hunde noch angenehmer als im Büro) und im Schlafraum unterm Dach auch grob bei 26. Ich bin dabei sehr froh, daß mir die Hitze nicht wirklich viel ausmacht, man muß halt südländisch denken und handeln. Aber wir haben es ja noch deutlich kühler als Du.
Auf Gewitter warte ich lieber nicht, der Wetterbericht hat schon für nächste Woche wieder Temperaturen von unter 20 angesagt, dazu ordentlich Regen... da muß man sich über Tage wie heute (mal ohne Schwüle) einfach freuen.
Den Kreislaufkollaps gönne ich weder Dir noch anderen, wichtig dabei immer viel trinken, da sind dann ja leichte Kabinette eine schöne Abwechselung zum ewigen Wasser und (bei mir Kräuter-)Tee.
Möge der Regen Aachen bald kühlen
Wolfgang
Hallo,
als Faustregel kann man annehmen, daß sich die Reaktionsgeschwindigkeit (auch der Alterung/Reifung von Wein) pro 10 K Temperaturerhöhung verdoppelt.
Eigene praktische Vergleiche mit dauerhaft warmer (ca. 18-22°C) und kalter (ca. 11-15°C) Lagerung bestätigen dies.
Temperaturschäden könnte man vermuten, wenn eine Erhitzung über die höchsten Prozeßtemperaturen bei der Herstellung hinaus erfolgt. Maischevergorene Rotweine, die bei 25-30°C erzeugt wurden, sollten m.E. solche Lagertemperaturen zumindest zeitlich begrenzt aushalten.
Kaltvergorene Weißweine sind möglicherweise leichter thermisch zu schädigen/ändern.
Wer einen tanninstarken Bordeaux (z.B. 2005er) schneller reifen lassen will, kann ihn m.E. ruhig bei 20°C lagern.
Wer die Frucht- und Gärarmen kühl vergorener Weißweine lange erhalten möchte (oder einen ausgereiften Rotwein lange auf dem "Höhepunkt" halten will), sollte diese m.E. kühl lagern.
Gruß
Andreas
Danke für Eure Antworten, sie beruhigen mich etwas.
Die Fondis-Kühlgeräte kosten in der kleinesten Version ca. 1.500 Euro, ein für mich inakzeptabler Preis (mangels Willen und Masse). Dann müssen die Bouteillen eben etwas schneller reifen
Viele Grüße
Ingo
Moin Ingo,
ich hatte auch mal einen zusätzlichen Kühlschrank nur für Wein im Keller, inzwischen ist der kaputt und der Vergleich der Energieverbräuche in den Jahren hat mir deutlich gezeigt, daß das Abschalten richtig Geld spart. Bei uns ist der Verbrauchsrückgang ganz erheblich. Da verzichte ich dann aus geld- und umweltpolitischen Gründen auf einen zusätzlichen Weinkühler. Zur Zeit liegen einige Fl. im Kühlschrank, es ist ja immer noch warm.
Schöne Grüße
Wolfgang,
dessen Weinkeller inzwischen die 19 Gradmarke überschritten hat.
Hallo Wolfgang,
auf einen Weinklimaschrank würde ich schon aufgrund der Mikroerschütterungen verzichten, das kann einfach nicht gut für den Wein sein. Wie ich gehört habe ...
Aktuelle Kellertemperatur: 21,9 Grad
Viele Grüße
Ingo