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Normale Version: Australiens Weinvielfalt - mehr als nur Shiraz
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Hallo Australien-Fans,

wie einige von euch wissen und in diversen Verkostungen eindrucksvoll erfahren durften, kann Australien alles andere als fett, marmeladig oder mainstreamig sein. Im Gegenteil: die großen Weine sind ausdrucksstark, verfügen über eine eigene Persönlichkeit und bescheren dem geneigten Weinfreund unvergesslichen Genuss für nicht selten vergleichsweise (!) zivile Preise. Klar, die Unikate wie der Grange, Astralis & Co sind nicht nur interntaional Spitze bei der Qulaität, sondern auch beim Preis, wenn auch meines Erachtens zurecht aus berufenem Munde darauf hingewiesen wird, dass vergleichbare Qualitäten mit Kultstatus beispielsweise aus dem Bordeaux, Burgund oder sonstwo noch höhere Preise erzielen, nicht wahr freak?

Doch hier soll es auch und gerade um Weine aus dem unteren und mittleren Preissegment gehen. Hier gibt es unzählige Namen, die für wenig Geld viel Trinkspaß bieten, wie kürzlich wieder in meiner "Down Anders-Probe" gesehen. Da gab es eine Reihe von Weinen, die ohne Probleme auf einen Rundendurchschnitt von 90+ kommen im Preisbereich von 10-20€. Auch hierzu soll dieser Thread animieren.

Um den Anfang zu machen, stelle ich das Protokoll einer kürzlich von mir durchgeführten Verkostung in Mainz sowie iner Verkostung in Wiesbaden, die Klaus und ich ausgreichtet haben. Viel Spaß beim Lesen.


Rhein-Main-Stammtisch: Thema Australien stars light

Mit einigen australischen „Granaten“ haben wir am Freitag Abend in einer äußerst angenehmen, in dieser Konstellation bisher einmaligen Gruppe (wein+-Stammtischler und Tawler gemeinsam) dem Winter ein Schnäppchen geschlagen und ihn mit einigen „Raketen“ endgültig vertrieben. Der kalten Jahreszeit zum Trotz konnten wir uns an einige herausragende Weine mit verschwenderischen Bouquets mit reifer Frucht, viel Würze, phänomenaler Dichte und Konzentration bei gleichzeitiger Harmonie und nicht selten Eleganz erwärmen und erfreuen.

Da viele Aussie-Weine unfiltriert abgefüllt werden, wurden alle Weine 3 Tage vor der Probe aufrecht gestellt und am Tag der Probe zwischen 16-17.30 Uhr doppelt dekantiert. Außer den beiden Rieslingen wurden alle Weine blind verkostet und nach jedem Flight aufgedeckt. Vorgesehen waren 8 Zweier-Flights mit unterschiedlichen Rebsorten und Blends. Ein Wein wurde aus gutem Grund „stand alone“ verkostet.

Es zeigte sich, dass Australier auch mit weniger Budget zu großen Taten schreiten und auch aus der zweiten und dritten Reihe großen Genuss bieten können.

Und hier die Ergebnisse einer Verkostung, die bei einigen Australien-Neulingen für große Überraschungen und Freude gesorgt hat.

Flight 0: Rieslinge im Vergleich

Stilistik und Alterungsfähigkeit von australischen Rieslingen kennenlernen

[b]1. Grosset, Polish Hill, 2001 Clare Valley - 94 P (Australian Wine companion, James Halliday)
Jeremy Oliver, Australian Wine Annual 96 P
[/b]

2. Peter Lehmann, Reserve Riesling, 1997, Eden Valley - 95 P, The Australian Wine Annual, Jeremy Oliver; James Halliday 95 P; “Best Riesling of the World”, International wine and spirit competition 2002, London

Mit den beiden Rieslingen taten sich einige doch ziemlich schwer, ist es doch eine Stilistik, die hierzulande offenbar wenig Freunde unter den Rieslings-Fans findet. Die Weine schmecken komplett durchgegoren (kein Zuckerschwänzchen), mit ziemlicher straffer Struktur, dicht, mit viel Zitrusfrüchten und eine aus meiner Sicht gewaltigen, „steinigen“ Mineralität. Es sind eher Essensweine, die als „stand alone“ herausfordern und den Gaumen bei soviel „trockenem Zitrus und Grapefruit“ auch anstrengen können. Vor Ort habe ich diese Weine vor allem als Begleiter von Meeresfrüchten zu schätzen gelernt.

Da es in erster Linie ums Kennenlernen dieser Stilistik ging, beschränke ich mich auf die Angabe der divergierenden Wertungen zwischen 81-92P.

Ich sah den Polish Hill bei 91 und den 1997er Reserve von Peter Lehmann bei 92 P. Eine gute VKN zum Polish Hill ist beim weinreporter zu finden.

Flight 1: Merlot im Vergleich

3. Southern Ridge, Merlot 2001
Der als einfacher, Spaß machender Tischwein gedachte Merlot, obgleich anfangs noch etwas zu, hatte im Glas deutlich geschwächelt und ging vollends ein – Keine Wertung, für einige bei 85 P.

4. Pikes, Merlot Reserve, 1998
Schöner Merlot, der genau auf dem Punkt war. Erinnerte ein wenig an Pomerol, sehr kühl, dunkle Aromen, erdig, etwas Brombeere. Weich im Ansatz, fast schon etwas seidig mit guter Tiefe und Struktur. Jetzt schön zu trinken, dürfte sich wegen der durchaus festen Tanninstruktur noch eine Weile auf diesem Niveau halten
Spanne: 84-92P Rundendurchschnitt: 88.5P. Von mir: 90P

Flight 3: Cabernet Sauvignon reinsortig und als bordelaiser blend im Vergleich


5. Orlando, Cabernet Sauvignon Reserve “St. Hugo”, Connavarra, 2001
90 P Jeremy Oliver

Gute Rebsortentypizität, als Cabernet gut erkennbar mit schöner Cassis-Note, würzig am Gaumen mit Tabak, etwas Ziggarenkiste, mittlerer Körper, alles schon recht gut eingebunden, befindet sich dennoch vermutlich erst am Anfang seiner Trinkreife; für viele als klassischer Australier nicht erkennbar. Sollte zeigen, dass auch die Weinimperien (u.a. bekannt durch die Jacobs Creek-Linie) im gehobenen Bereich "anspruchsvollere" Weine machen können.
Spanne: 84-90 Rundendurchschnitt: 87,5 P. Von mir: 89P

6. Warrenmang, Cabernet Sauvignon, Victoria, Pyrennes, 2000
Zunächst dichte Nase mit viel roten und schwarzen Beeren, danach machte sich ein leichter Muffton bemerkbar, der sich zunehmend verstärkte; andere wiederum fanden ihn OK, dann aber insgesamt doch ziemlich einheitlich nicht gewertet.

7. Xanadu, Lagan Estate Reserve, Margaret River, 1998 - 89P Wine Enthusiast
Gegenüber dem d’Arenberg für mich recht klar als Bordeaux-Blend erkennbar. In der Nase zurückhaltender Duft nach roten Beeren (in der Nachverkostung Kirschlikör), Cassis, ätherischen Noten, etwas Eukalyptus, Veilchen, Minze (Einige assoziierten After-Eight) und mit einer ganz leichten Leder- und Animal-Note. Ganz und gar nicht australisch wirkend. Könnte ich mir gut als Bordeaux-Pirat vorstellen. Am Gaumen recht kühl wirkend, kernig, solide, auch erdige Noten, noch etwas straffe Säure, wirkt dadurch noch frisch und jung. Braucht noch Zeit.
Spanne: 87-92. Rundendurchschnitt: 88.7 P . Von mir 90+ P

8.d’Arenberg, The Coppemine Road, 1997 McLaren Vale, 92PP, 90 Jeremy Oliver
Intensive, komplexe Nase nach reifem Cassis, leicht eingekochte Schwarzbeeren, Eukalyptus, auch leicht erdig-würzige Noten. Am Gaumen dicht, tief, kühl wirkend mit ätherischen Noten, fester, schon gut eingebundener Tanninstruktur, knackiger Säure; gute Länge mit leichten Medizinal-Noten. Trotz kühler Noten eher „warmer Aussie-Style-Typ“, der noch zulegen kann. Schöner Kontrast zu dem deutlich kernigeren, "cool climate" Lagan Estate von Xanadu.
Beide Weine passten hervorragend zum Rumsteak.
Spanne: 89-94P, von mir 92P, Rundendurchschnitt: 91.7


Flight 4: Grenache und seine Blends
Diese klassische Rhone-Blends sind gerade im Barossa sehr beliebt. Sie ergeben oft sehr pfeffrig-würzige Weine mit Himbeer- und Kräuternuancen ("very spicy" ist ein oft zu lesendes Attribut in den australischen Weinführern).

Hier ging es zum einen um das kennenlernen der “australischen Variante“ sowie das Erkennen des Pirats aus dem C9duPape. Um es vorweg zu nehmen: außer den beiden Eingeweihten hat niemand den Pirat als solchen erkannt. Ein Südfrankreich-Spezialist war der festen Überzeugung, dass Torbrecks Juveniles der Pirat und der Domaine de la Charbonnière ganz klar “australisch“ sei. Kein Wunder, gehört doch Torbreck zur Spitze des australischen Weinbaus mit seinen bis zu 150 Jahre alten unbewässerten (wurzelechten)Reben („old dry vines“) und mit Charles Melton zu den Pionieren des Barossian “Rhone-Style“ (sein regelmäßiger 99-100PP-Kandidat „Run Rig“ besteht aus Shiraz und Viognier)

9. Pikes, Grenache/Shiraz/Mourvedre 2000, Clare Valley
Komplexe Nase nach Himbeeren, Kirschen und etwas Kräuter. Am Gaumen würzig, rotbeerig, eher elegant, mittlerer Köper, körnige Tanninstruktur, sehr ausbalanciert, macht ungemein Spaß. Für 10-15€ ein anspruchsvoller Every-Day-Wine.
Spanne: 86-93P. Rundendurchschnitt: 90P. Von mir 90P

10. Fox Creek, Grenache/Shiraz, 1999 McLaren Vale
Hier habe ich mir kaum Notizen gemacht, außer, dass ich ihn schweinlecker, total elegant, subtil und trotz aller Dichte sehr kühl in Erinnerung habe. War ein schöner Kontrast zu dem eher expressiven, frucht- und Würzbetonteren Vorgänger. Der erste Fox Creek-Wein, der mir bisher auf den Punkt begegnet ist, alles andere war idR noch zu jung und/oder brauchte mehr Luft. Mehr dazu weiter unten.
Spanne: 88-95 Rundendurschnitt: 91.5 Von mir 92P

11. Torbreck, Juveniles (Grenache/Shiraz/Mourvedre), 2001, Barossa Valley

Torbreck wie immer eine Bank. Nur einer sah in deutlich niedriger als der Durchschnitt, daher die große Spanne. Für mich gehört Torbreck zu den besten Winzern, die ich vor Ort aufgesucht habe. Seine handwerklich gemachten Weine bestechen durch phänomenale Dichte, sind tief strukturiert, sehr ausgewogen, komplex in der Nase sowie am Gaumen. Sie sind mächtig und dennoch nuanciert und bringen viel Persönlichkeit ins Glas. David Powell, ein Bär von Mensch und ehemaliger Lumberjack in den schottischen Bergen, hat in verschiedenen Chateaux in Frankreich und in der Toscana Erfahrungen gesammelt. Sein 2001er und 2002er Run Rig waren für mich so ziemlich das non-plus-ultra, das ich bis zu der Zeit im Glas hatte.
Spanne: 84-94. Rundendurchschnitt 91.6 P. Von mir 93P


12. Domaine de la Charbonnière, C9 du Pape (Pirat), 2001, 90-92 PP
Dieser C9duPape war in der Nase noch deutlich primärfruchtig mit einer sehr schönen Him- und Walderdbeer-Note, feine Holznuancen, für meinen Gusto noch etwas dropsig vordergründig. Am Gaumen dicht, schön strukturiert mit knackiger Säure. Braucht m.E. noch Zeit. Im Vergleich zu Torbrecks Juveniles (2001) wirkte er nicht so komplex.
Spanne: 89-94P. Rundendurchschnitt: 90.7. Von mir 90+ P


Flight 5:
Shiraz reinsortig im Vergleich aus McLaren Vale und Barossa


13. Mitolo, GAM, Shiraz, 2003 (96-100PP), McLaren Vale

Wow! Das bloße Einschenken des Weines ließ die Herzen einiger Weinfreunde am Tisch zur vorgerückten Stunde noch mal deutlich höher schlagen. Er sorgte für den fälligen Wake-Up-Call. Dichter, großer Stoff bahnt sich den Weg ins Glas.

In der Nase konzentriertes blau- und schwarzbeeriges Frucht-Potpourri verwoben mit Lakritz, Zedernholz, Tabak, erdig-brombeerigen Noten, etwas Schokolade, Mocca. Konzentriert am Gaumen, mit seidiger, eleganter Struktur, blau- und schwarzbeerige Frucht. Dafür, dass der Wein noch so jung ist wirken die feinen Tannine und alles andere schon wunderbar eingebunden, fast schon reif mit harmonischer Säure. Unglaublicher lang anhaltender Abgang.

Der Wein besticht auch mit seiner phänomenalen Länge. Sicherlich kein Wein, den man alleine an einem Abend so runter schlabbert, aber großer, dichter Stoff, der jetzt schon sehr zugänglich ist, aber wohlmöglich erst in Jahren zum ganz großen Auftritt ansetzen wird. Einige wollten eine Parallele zum Grange sehen. Mich erinnerte er am ehesten noch - wenn überhaupt – an den bei unserer Wiesbadener Australienprobe beeindruckenden Hanisch-Shiraz von Veritas (ohne, dass er jedoch diese ausgefeilte Persönlichkeit (schon) hätte).

Robert Parker: Wine Advocate #155 (Okt. 04): "...". This complex 2003 comes across as a hypothetical blend of a great La Mission-Haut-Brion from Bordeaux and a Rhone Valley Hermitage such as Chapoutier's Pavillon. Everything is seamlessly integrated into this tour de force in winemaking. It should age for 10-15+ years.96-100/100 Punkte
Spanne: 94-97P. Rundendurchschnitt: 95.0 Von mir: 96+

Und weil es so schön war, kam jetzt der Doppelschlag. Gut, dass der Mitolo vorweg kam und somit die Geschmackspapillen nicht (kork-)verseucht waren.

14. Haan, Shiraz Reserve Prestige, 1998, Barossa Valley, 92 PP; Hallidays 95 P

Auch hier wieder: die opulente, dichte Frucht hat den Kork zunächst überdeckt, dann ziemlich eindeutig. Keine Wertung. Schade, sollte mit seiner Preisrange unter 25€ die Großen in diesem Shiraz-Flight ärgern.

15. Penfolds, St. Henri, Shiraz, 1996, 95 P Jeremy Oliver, The Australian Wine Annual

Muffton, für einige Kork. Ein Jammer! Dieser in guten Jahren als kleiner Grange bezeichnete Penfolds sollte nochmal eins drauf setzen. Nach dem 1990 Gaja Sperrs, dem (u.a.) 82er Chateaux Margaux der dritte nominelle Highlight-Wein einer Probe mit Kork innerhalb der letzten 6 Wochen. Die nächsten beiden Weine ließen dies jedoch schnell wieder vergessen.

16. Greenock Creek, Seven Acre Shiraz, 1998 (92PP), 99PP (für 2002), Barossa

Diese kleine Boutique-Winery ist ein weiteres Beispiel für handwerklich gemachte Weine mit großer Persönlichkeit, die in den gelungensten Jahrgängen zu Parkers 99-100 Punkte-Kandidaten (vor allem der Roennefeld Road Cabernet S.) gehören und immer ausverkauft sind.
Ein wunderschönes, exotisch anmutendes Kleinod im Barossa Valley, in dem nur sehr kleine Mengen erzeugt werden.

Spanne: 89-94. Rundendurchschnitt: 92.5 P Von mir: 94 P

17. Fox Creek JSM (Shiraz, CF) 1998, McLaren Vale (95PP)

Der letzte Wein des Abends zeigte nochmal eine solitäre Leistung. Als Shiraz-Cabernet Franc-Blend habe ich ihn bewusst als letzten Wein gebracht. Er unterschied sich durch seine Eleganz deutlich von den reinen, extraktreichen Barossa-Shiraz. Deutlich kühler, mit der typischen 98er Fox-Creek-Konzentration- und Struktur, insgesamt aber eleganter, seidiger, straffer und fokussierter in der Struktur. Mit der Erfahrung der letzten Probe, wo der Wein mich mit einer (weil spontan entschieden) kurzen Dekantierzeit, nicht völlig überzeugen konnte, habe ich diesen Wein vor dem Doppel-Dekantieren viel Luft in der Karaffe gegönnt, was ihm sichtlich gut getan hat. Der zweite Fox Creek, der richtig viel Spaß macht.
Spanne: 91-96P. Rundendurchscnitt: 93.7P Von mir: 96P

Der Vergleich ging zugunsten von McLaren Vale aus, allerdings waren die Barossianer ziemlich dezimiert und ich kann mir gut vorstellen, dass der St. Henri (allerdings als Multi-District-Blend) als auch der Haan Shiraz hier noch ein gewaltiges Wörtchen mit geredet hätten (hinter dem Muffton vermuteten ja einige Vielversprechendes).

So long, guys. Hat richtig Spaß mit euch gemacht, tolle Runde! Und jetzt kann der Frühling kommen ...

Gruß
Hallo Aussie-fans,

kürzlich im Glas einenn 2000er Cabernet Sauvigon von Warrenmang (kurze Dekantierzeit aus dem Dekanter):

Anfangs noch leicht verschlossene, dennoch schon spürbare intenvive Nase anch schwarzen Beeren, Cassis und feine Röstnoten. Später dann Zigarrenkiste, Mocca, Minze, Eukalyptus: klassische (Austalier)-Cab-Nase.


Am Gaumen mittllerer Körper, dicht, sehr angenehme, feine schwarbeer-Fruchtsüße, kompakt strukturiert mit guter Tiefe, sehr kühl mit ätherischen Noten (Minze, Eukalyptus), noch etwas straff, tolle Säurestruktur, guter Abgang. Toller Wein mit hoher Trinkanimation.

Gruß
mayer-dornfelder schrieb:Quintet 97 von Mount Mary, Yarra Valley Victoria

Die Philosophie dieses ungewöhnlichen Weingutes erschließt sich nach der Verkostung mehrerer alter Jahrgänge dieses in Australien geradezu legendären Weines: des Quintet.
Die wunderbare Eleganz bei gleichzeitiger Intensität, die spielerische Leichtigkeit der Frucht, die einen vollen Körper umgibt - denkt man an Bordeaux, weckt der Quintet Assoziationen zum Haut Brion.
Der Wein ist ein Cuvée aus Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Merlot, Malbec und Petit Verdot. Er kostet seinerzeit allerdings auch schon um die 100 Altmarks. Ein Beispiel dafür: Australien schmeckt nicht nur in der Jugend gut sondern kann bei seinen Spitzenweinen auch beachtlich reifen.

Hallo M-D,

hört sich interessant an, muss gestehen, dass ich diesen Wein nicht kenne. Aber die Weine aus Victoria scheinen mir ohnehin im Trend deutlich "Kühler" und oft finessenreicher zu sein, vor allem wenn Cabernet im Spiel ist.

Schade, dass du bei unserer Australien vom feinsten-probe nicht zugegen warst, ich glaube, du hättest viel Spaß gehabt. Wo bist du denn geografisch angesiedelt? Australien ist ja immer wieder bei uns ein Top-Thema.

Gruß
Australien schmeckt nicht nur in der Jugend gut sondern kann bei seinen Spitzenweinen auch beachtlich reifen.
[/quote]

Sehe ich auch so. Das ist einer der markantesten Unterschiede in der Stilistik im Vergleich zu den Spitzenbetrieben der alten Welt, vor allem Bordeaux. Wenn auch nicht zu leugnen ist, dass beide zunehmend voneinander lernen. In der Tendenz: Dort mehr Langlebigkeit, hier Bemühungen, um die Weine früher zugänglich zu machen.

Gruß
Moin allerseits,

kürzlich für einen Spontanbesucher in den Keller gegangen um etwas gereiftes zu holen, was aber ohne großes Dekantieren auf dem Höhepunkt und voll da ist und einfach toll zu trinken ist. Da erblickt mich in einer der vielen noch unausgepackten Kisten ein 93er Cabernet S. von Leeuvin Estate vom Margaret River.

Geöffnet, sauberer Kork, 1/4 durchnässt, hmm, diese intensiven Schwarzbeeren- und Tabaknoten - wow, vielversprechend. Nach ein paar Minuten im Glas reingeschnuppert, der Wein war voll da, ab ins Vergnügen...

Betörende, offene rotbeerig-pflaumige Nase gepaart mit hochreifem Cassis, Mocca und schon etwas mürbe wirkende Leder- und Tabaknoten - der Wein deutet bereits an, dass er voll auf dem Punkt ist. Mit etwas Luft kamen dann die Aussietypischen ätherischen Noten wie Eukalyptus, Minze.

Am Gaumen dicht und reif, mit saftiger, robeeriger Fruchtsüße ohne jede Marmeladigkeit, trotz der Reife geradezu kühl wirkend, seidiges Tannin, noch sehr elegant mit leicht morbider Struktur, aber einer noch sehr lebendigen Säure. Wir sahen ihn bei 92P.

Der richtige Wein für einen amüsanten Abend mit Freunden. Passte irgendwie auch zu den äußeren Temperaturen. Das ist dann auch schon das einizig Positive an diesem Depri-Wetter - leckere Australier boomen zur Zeit bei mir...

Gruß
Hi ; M-D

gibts die Flasche auch zum kaufen ??? und wo ??
mayer-dornfelder schrieb:hey Italia,

wüsste noch was Schönes für dieses Wetter.... Kiss und dazu wäre denkbar ein Duck Muck von Wild Duck Creek Estate.
Der Duck Muck ist ein Shirazkonzentrat und sicherlich einer der seltensten und gesuchtesten Rotweine Australiens. Er hat seinen Namen "Muck", was für Schlamm und Dreck steht, erhalten wegen seiner absolut undurchdringlichen Farbe und weil er extrem cremig über die Zunge läuft. Der Duck Muck ist ein Cuvée aus 90 % Shiraz und 10 % Cabenet Sauvignon.

Ja, die Australier helfen da schon weiter...acuh wenn es eben sehr schön sonnig war im Rheinhessischen und auch die Verkostung bei Gunderloch hat dazu beigetragen, dass die Sonne schien...

Mein Händler hat mir kürzlich den 2001er Springflat Shiraz in die Kiste gepackt. Was ist denn davon zu halten. Außeredem interesiiert mich, ob die die Weine von Kilikannon kennst, insbesondere die von Parker sehr hoch bewerteten Oracle und Covenant Shiraz (beide 2002) Konnte noch ein paar Restflaschen ergattern, liegen so bei 94-96PP, wenn ich mich recht entsinne. Auch der Grenache aus 1998 liegt bei mir im Keller.

Gruß
mayer-dornfelder schrieb:Hey Italia,

den Springflat Shiraz von 01 kenne ich. Ist solala.

Von ganz anderem Kaliber sind die Weine von Kilikanoon, wobei ich den Oracle noch besser finde als den Covenant. Sind auf jeden Fall beides PLV-Granaten.

Super aus 2001 finde ich von Clarendon Hills Old Vine Grenache und den Old Vines Clarendon Vineyard. Auch preislich interessant. Weiters den Shiraz Oracle in der gleichen Bewertung, ca. 95 P., erheblich schwächer finde ich den Mitolo Shiraz G A M.

Überraschend gut ist der Barton Vale Shiraz The Challenger, in Europa allerdings weniger bekannt, und der Spinifex Esprit.

Meine PLV-Favoriten aus 2002:
Hewitson Shiraz The Mad Hatter; Turkey Flat Vineyards Shiraz; Kangarilla Road Shiraz Estate und von gleichen Weingut der Shiraz/Viognier. Der Thorn-Clarke Shotfire Ridge Barossa Cuvee ist ein richtiges Schnäppchen um die 12 €. Ähnlich günstig ist der Mr. Riggs Shiraz, Kaesler Shiraz Stonehorse und Penfolds Grenache Cellar Reserve.

Wenn man mal das Sparschwein aussen vor lässt, kann man sich von 2001 den Yalumba The Octavius und den Greenock Creek Shiraz Creek Block gönnen. Aus 2002 wäre das dann der Torbreck Run Rig und von Clarendon Hills der Astralis.

Weiter viel Spass an den Aussis.

Hallo M-D

wie hat man sich denn die beiden Kilikanoon vorzustellen, ich habe mich ja ausnahmsweise von meinem Händler beraten lassen ;-) . Ich meine, beid en hohe Parkerbwertungen, mit denen ich idR für Australien etwas anfangen kann, sprechen schon eine klare Sprache. Übriegens. So richtig günstig waren sie nicht, weiß es zwar nicht auswendig, aber es war knapp unter dem Mitolo.

Ja, Torbrecks Run Rig aus 2002 ist der erste Wein, dem ich überhaupt 99 Punkte gegeben habe. Ebenso ist der Descendant aus gleichem Jahrgang großer Stoff. 2001 Run Rig aber auch.

Interessant, dass du auch Mr Riggs kennst. Ich habe ihn zufällig im Restaurant von Pennys Hill getroffen, wo wir hervorragend gegessen haben und ein paar seiner Weine verkosten durften, u.a seinen restsüßen, botrytisierten Riesling, den einzigen süßen Riesling, den ich dort getrunken habe. Von ihm habe ich noch einen Shiraz im Keller, ich glaube, er heißt BlackChock oder so ähnlich.

Turkey Flat - ja, sehr schön.

Grennock Creek ebenfalls zu den ganz großen, ja fast schon legendären Boutique-Wineries, so groß, dass sie ein Hinweisschild an der Eingangstür des Weinguts haben, auf dem steht, bitte keine Bestellungen mehr abzugeben, da man ausverkauft ist.

Torbreck finde ich übriegns fast alles gut. Schon beim Juveniles "legt der geneigte Weinfreund die Ohren an", um mal einen geschätzten Weinfreund zu zitieren.

PLV-Hammer finden sich aber selektiv auch bei den großen kellerien, das hat mich ehrlich gesagt etwas erstaunt. Die Rieslinge, Chardonnays, Semillons und auch der eine doer andere Rote von Jacobs Creek, Wolf Blass, Peter Lehmann sind toll gemachte Weine, die für wenig Geld viel bieten.

Gruß
mayer-dornfelder schrieb:Hey Italia,

bei mir war es ähnlich. Ich hörte zufällig Penny Lane von den Beatles und trank dazu seinen Shiraz...... Tongue

Spass beiseite: du scheinst ja den ganzen Kontinent bereist zu haben. Beneidenswert. Mir bleibt vorerst nur der Wein. Wink

Leider nicht, es fehlen noch ein paar Regionen: Margaret River, Coonnavarra und Victoria würde ich gerne noch bereisen.

Aber Barossa, McLaren Vale und Adelaide Hills kann man recht gut in knapp 4-5 Tagen abhandeln, wenn man sich vorher gut organisiert. Und dort sind nun mal sehr viel Spitzenwinzer auf einem Fleck. Australien ist schon atemberaubend, die Landschaft, die Menschen, die Vielfalt...

Aber dafür scheinst du dich gut auszukennen, auch ohen vor Ort gewesen zu sein.

Gruß
Hallo Jürgen,

den Juveniles gab es bei Italias Geburstagsparty. Leider kann ich mich an den Jahrgang nicht mehr erinnern. War jedenfalls ein toller Wein, der nichts von Deinen beobachtenden Problemen hatte.

Lustig ist in diesem Zusammenhang, dass Italia, Amos und ich den Wein unabhängig voneinander den Amphorenweinen (natürlich noch im anfänglichen, sehr guten Zustand) von Cornelissen als nicht unähnlich empfanden. Das vor allem in der Nase, auch bedingt durch die leicht oxidative Note des Weins.

Nicht, dass wir jetzt hier auch ein Nachgärungsphänomen wie bei den Amphorenweinen bekommen OmgLol.

Vielleicht weiß Giuseppe oder auch dying romeo, der auch dabei war, noch, welchen Jahrgang wir bei der Party hatten.

Viele Grüße,

Darius
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