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Normale Version: "Simple" Genüsse
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Hallo,

ich koche ja ziemlich gerne und häufig, aber normalerweise fehlt mir die Geduld, um stundenlang am Herd zu stehen. Deshalb liebe ich einfache Zubereitungen, die trotzdem einen hohen Genußfaktor besitzen.

Heute bin ich in der Küche auf ein Salatherz und einen einsamen Chicorée gestoßen, und in der Tiefkühltruhe lagerte noch ein ebenso einsames Rotbarschfilet. Ich habe mir aus einem Eigelb und gutem Olivenöl fix eine Mayonnaise gerührt (mit dem Schneebesen geht das in ca. 3-4 Minuten), die mit einer Prise Essig, Salz, Pfeffer und einer Knoblauchzehe gewürzt wurde. Der Rotbarsch brutzelte kurz in der Pfanne, und dazu habe ich noch ein paar Eismeershrimps (habe ich fast immer in der Truhe, gibts in sehr guter Qualität bei Bofrost) gelegt. Salat, Meeresgetier und Mayonnaise kamen zusammen in eine Schüssel, und jetzt sitze ich hier und freue mich über eine ebenso einfache wie delikate Mittagsmalzeit. Dazu gibt es Baguette und einen Schluck 03er "Escheburg" Literriesling trocken von Immich-Batterieberg;

[Bild: 8837.gif]

Ich hoffe hier auf weitere Tipps zu unaufwändigen Leckereien, die sich gut mit Wein kombinieren lassen.

Viele Grüße

Bernd
Hallo Bernd!

Ich koche bei uns meist Sonntags und Feiertags, gelegentlich auch Samstags. Für Gäste hin und wieder auch recht aufwendig, sonst meist simpel.

Heute gab es ein gebratenes Wildlachsfilet (aus dem selben "Eismeer" wie dein Rotbarsch Big Grin ) mit selbst gemachter Kräuterbutter (von meiner Mutter importiert) und Petersilkartoffeln.

Dazu unseren Mörbisch weiß 2004 (ein kräftiger Chardonnay mit etwas Weißburgunder und spürbarem Holzeinfluß), denn der war gerade von einer Kundenverkostung offen Big Grin . Der war fast zu kräftig, aber beim Essen (und Trinken) konnte man sich dann doch daran gewöhnen Big Grin

Frohe Ostern (und nachträglich alles gute zum Geburtstag)!

Bernhard
Ideen machen mitunter aus der Simplizität ein raffiniertes extraordinäres. Gute Gerichte benötigen die Langsamkeit, Geduld, die Liebe zum Detail.

Nunja, aber es gibt ja auch immer die einfachen Wege. Vor einiger Zeit probierte ich folgendes, dessen Ergebnis mich begeisterte und ich es ob dieses, von Zeit zu Zeit immer mal wieder in grosser Menge zubereite. Denn wie schon einmal Wilhelm Busch so passend bemerkte:"... wofür sie besonders schwärmt, wenn es wieder aufgewärmt ..."

Grosser Topp, viel Wasser, Salz, Broccoli, Blumenkohl, 1-2 Zwiebeln, eine handvoll Wurzeln, einen Tick Estragon, einen Hauch Thymian, auch Liebstöckel steht diesem köstlichen Süppchen gut zu Gesichte. Nach ca. 20 min. ist das Süppchen reif, für den Pürierstab. Wup, wup, wup, hm, nun fehlt noch ein wenig creme fraiche und viiiel Muskat. Wer will, kann das ganze auch gerne mit ein paar ordinären Würstchen ergänzen, angebratener Speck mit Zwiebeln verleihen dem ganzen einen deftigen Touch. Irgendeine Weinempfehlung dazu, habe nicht in der Tasche.

Bon appetit
Kerstin

Mengenangaben kann ich eigentlich nie machen, das mache ich immer nach Gefühl, Zeit und Intensität, welches ich dem ganzen zukommen lassen gewillt bin. Das gleiche gilt für alle Arten Saucen, die ich für Salate und Pasta zubereite. Intuition, Intention und viel mehr lassen meine Fingerspitzen die Menge, der jeweiligen Gewürze abwägen.
Sehr lecker, aber nur sehr eingeschränkt mit Wein zu kombinieren: Rahmwirsing, Stampfkartoffeln und pfälzer Bratwurst! Einfach den Wirsing in Streifen schneiden, mit kleingehackten Zwiebeln anrösten, mit Brühe ablöschen. Je nach Zartheit 5-7 min. ziehen lassen. Sahne dazu. Mit Pfeffer Salz, Muskat abschmecken. Gekochte Kartoffeln grob zerkleinern, heisse Milch dazu bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist, abschmecken mit Meersalz und Muskat. Ein Stich Butter dazu. Die größte Kunst am Gericht ist eine gescheite Bratwurst aufzutreiben. Deshalb bringen wir meistens welche aus der Pfalz mit...

Jetzt zum Wein: seh gut passen dazu trockene Rieslinge, die etwas Botrytis gesehen haben. Ich fand den 02er Schieferterrassen von R. Löwenstein harmonisch dazu, heute habe ich es mit meiner letzten Flasche 02er Alte Reben von Hermann Grumbach versucht. Das hat gesessen!

Viele Grüße
Felix
Hallo Felix,

gerade der Wirsingkohl hat mich sehr inspiriert. Versuch mal den Wirsing, auf kleiner Flamme, zerkleinert, in etwas Salzwasser und dann Butter. Klar dürfen Muskat, wie auch Salz hier nicht fehlen. Jau, jau, das ist ein Simpel-Hochgenuss, wenn doch noch ein verschämtes Gläschen Wein in dieses Geköchel eingangs findet, ist es ein unverschämter Genuss. Es gibt so vieles in den deutschen Landen, welches wir eigentlich nicht so recht beachten.

LG Kerstin
Kerstin,
Zitat: ein verschämtes Gläschen Wein in dieses Geköchel eingangs findet
das schreibe ich gar nicht mehr in meine "Regieanweisung"...Big Grin

Viele Grüße
Felix
Hallo Felix,

na dann hole ich mal so richtig aus,

bei meiner letzten Burgunderrunde machte mal wieder ein Coq au vin. Ich liebe dieses Gericht, habe es neulich, mangelnds käuflich erwerbbarer Poularde mit Pute versucht, kein Vergleich, zu schwach.

Nun zum richtigen Hühnchen, einer war richtig fassungslos und fragte immer wieder, was das eigentliche Geheimnis war. Naja, was heisst Geheimnis, auch hier galt oder gilt, Geduld und Liebe. Meine Poularde sehe ich liebevoll an (ist wichtig für das gute Gelingen) und irgendwann sage ich zu ihr: "Let's go!" Im Gegensatz zu Tony11 schütte ich meine verkorkten oder auch, nicht mehr trinkbaren Burgunder nicht in den Ausguss, sondern vielmehr in kleine Gefrierbeutelchen, die in meinem Eisfach verschwinden. Da liegt BTW ordentlich Vorrat, für die nächsten Session's. Um Entschuldigung bittend, zerlege ich das kleine Hühnchen fachgerecht in mindestens 6 oder 7 Teile. Der Kochtopf, mit etwas Olivenöl voll erhitzt, ist mittlerweile mehr als bereit, gegebendes in eine angenehme Bräune zu versetzen. Naja, wunschgerecht bekommt er das, was er verlangt und er gibt alles, um mir ein gewinnendes Lächeln abzuringen. Nun wird es Zeit, für den Rum. Im speziellen Fall; Hansen Präsident. Achja, Zwiebelstückchen teilen das Schicksal des Hühnchens. Der Rum bedeckt sie alle, es zischt und pfeift, aber ein kleines Feuer beruhigt die Gemüter. Sie fahren hoch, bäumen sich regelrecht auf, um irgendwann friedvoll sich zu vereinigen. Das ganze wiederhole ich 1 bis zweimal. Zwischendurch wird das ganze mit ein paar Wurzeln und Porry ergänzt. Nun kommt die Erlösung. Eisfach auf!, und der Burgunder rollt. Salz und Kräuter folgen. Herd runter, auf Minimum und langsam weiterköcheln lassen. Wirklich ganz sanft, wie es ein dickes Dorschfilet verlangt. Das Hühnchen ist geil, aber die Reduktion - ein Gedicht. Man kann da jetzt noch etliche Eckpfeiler setzen, aber, die Chamignon's nahm ich raus aus dem Programm, hinzu kamen, wie gesagt das Lauch (sehr wichtig), Wurzeln (es geht auch ohne), aber etwas Estragon, Rosmarin, Thymian und Liebstöckel, naja, was ich im Grossen und Ganzen zu sagen versuchte, da haut es einem echt die Gabel aus der Hand.Wink

Beste Grüsse

Kerstin
Kerstin, ich bekomme Hunger... und Durst...Wink Wer erfindet den virtuellen Coq au vin? Naja, dann werde ich wohl mit meinem Molitor und einem schönen Ziegen-Käse aus dem Westerwald meinen Hunger stillen müssen!

Viele Grüße
Felix
Wenn ich mal wieder in der Gegend bin, lieber Felix, bekommst Du und Miriam nicht nur ein virtuelles, sondern ein leibhaftiges Coq au Vin vorgesetzt.

Liebe Grüsse
Kerstin
Hallo, mir läuft auch schon das Wasser im Mund zusammen..

Ein Rezept dass ich mir gerne koche wenn es schnell gehen muss:

Entrecote mit Roquefortsauce und als Beilage kleine Schwenkkartoffeln/alt.Pommes-Frites.

Entrecote dünn mit Dijonsenf bestreichen, Pfeffern. Kartoffeln(am besten neue kleine Kartoffeln) kochen.

Butterschmalz in einer Pfanne stark erhitzen, das Entrecote von beiden Seiten ca 3 Min anbraten, in Alufolie einwicken bei 100C im Backofen ca 7Min nachgaren. Während das Fleisch im Ofen ruht, Schaloten in Butterschmalz bei hoher Hitze glasig anbraten, mit einem guten Schuss Rotwein ablöschen, ca 100ml Rinderfond(Eiswürfel) hinzugeben. 50-100g Roquefort (je nach Vorliebe) würfeln und hinzugeben. Das Fleisch aus dem Ofen holen 5 Min ruhen lassen. Den Bratsaft zur Sauce geben, mit Pfeffer und Salz abschmecken zum Schluss einen guten Löffel Creme Fraiche. Parallel dazu die Kartoffeln in der Pfanne in Butterschmalz schwenken, evtl. feingehackten Rosmarin dazugeben, pfeffern und salzen. Voila! Dauert max. 20Minuten und schmeckt richtig lecker.

Dazu passt ein kräftiger Rotwein (Cabernet oder Merlot). Die Cuvee Balthasar von Hilz 2003 hat wie ich finde sehr gut dazu gepasst.

Jetzt muss ich unbedingt was essen!

Viele GRüsse

Nikolai
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