15.04.2006, 12:42
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15.04.2006, 12:42
15.04.2006, 13:02
Hallo Bernd,
Marcus Hofschuster urteilte im Dezember 02:
Viele Grüße
Felix
Marcus Hofschuster urteilte im Dezember 02:
Zitat: Sehr gut(83)Klingt wirklich nicht berauschend!
Tiefer, leicht brotiger Duft von schwarzen Beeren, Zwetschgen und roter Bete. Recht kühle Frucht, holzwürzig, leicht rauchig, recht feines, zartstaubiges Tannin, gute Struktur, nachhaltig und leicht mineralisch am Gaumen, ordentlicher Abgang. Bis 2005.
Viele Grüße
Felix
18.04.2006, 15:29
18.04.2006, 17:06
Hallo Bernd,
die 2000er Siebeldinger Im Sonnenschein Spätlese "R" von Rebholz hatte ich vor etwa einem Jahr zusammen mit einem Freund probiert, im direkten Vergleich hatte ich einen 2000er Huber "R" und einen Duijn "SD". Ich probiere stichprobenartig hoch bewertete Weine (sei es GM oder bei GJE oder was auch immer), um zu sehen, was die Kritiker so goutieren.
Ich schreibe kurz aus dem Gedächtnis:
Bouquet: Recht intensiv, sortentypisch waldbeerig-rotfruchtig, nicht alkoholisch, reintönig, nur dezente Röstnoten.
Geschmacksbild: Mittlere Konzentration/Körper, wenig Adstringenz, kaum Bitterkeit, geringe Mundfülle, sehr starke Säure, recht reintönige Frucht, Abgang von der Säure geprägt.
Fazit: Aufgrund der starken Säure für mich ungenießbar - und er wird auch durch Flaschenreife nicht genießbar werden. 2000 war aber auch ein schwaches Jahr. Positiv ist die geringe Bitterkeit.
Spätburgunder bleibt schwierig, sei es in Deutschland oder in Frankreich. Man findet hier wie da diverse dünne, säuerliche, brandige (zu stark chaptalisierte), Röstaromen/Holz-dominierte (Duijn!) oder phenolisch bittere (z.B. Becker/Rheingau) Exemplare.
Gruß
Andreas
die 2000er Siebeldinger Im Sonnenschein Spätlese "R" von Rebholz hatte ich vor etwa einem Jahr zusammen mit einem Freund probiert, im direkten Vergleich hatte ich einen 2000er Huber "R" und einen Duijn "SD". Ich probiere stichprobenartig hoch bewertete Weine (sei es GM oder bei GJE oder was auch immer), um zu sehen, was die Kritiker so goutieren.
Ich schreibe kurz aus dem Gedächtnis:
Bouquet: Recht intensiv, sortentypisch waldbeerig-rotfruchtig, nicht alkoholisch, reintönig, nur dezente Röstnoten.
Geschmacksbild: Mittlere Konzentration/Körper, wenig Adstringenz, kaum Bitterkeit, geringe Mundfülle, sehr starke Säure, recht reintönige Frucht, Abgang von der Säure geprägt.
Fazit: Aufgrund der starken Säure für mich ungenießbar - und er wird auch durch Flaschenreife nicht genießbar werden. 2000 war aber auch ein schwaches Jahr. Positiv ist die geringe Bitterkeit.
Spätburgunder bleibt schwierig, sei es in Deutschland oder in Frankreich. Man findet hier wie da diverse dünne, säuerliche, brandige (zu stark chaptalisierte), Röstaromen/Holz-dominierte (Duijn!) oder phenolisch bittere (z.B. Becker/Rheingau) Exemplare.
Gruß
Andreas
18.04.2006, 18:43
Hallo Andreas,
ich trinke gute deutsche Spätburgunder sehr gerne (und habe auch immer wieder schöne Exemplare im Glas gehabt), aber deine Anmerkungen kann ich trotzdem weitgehend nachvollziehen. Die Sorte ist heikel, viele Erzeuger haben den Holzeinsatz nicht richtig im Griff, und auch der Alkohol wirkt häufiger nicht wirklich gut eingebunden.
Die deutliche Säure hat mich beim Rebholz "R" 00 nicht so extrem gestört. Besser gefiel mir allerdings der gestern mit Markus und Torsten zusammen getrunkene 99ger (naja, das war halt auch das bessere Jahr) des Nachbarn:
Auch mit den Weißweinen von Wehrheim kann ich tendenziell mehr anfangen als mit denen von Rebholz.
Viele Grüße
Bernd
P.S.: Ulla, kannst du noch zwei Sätze zu Landmann schreiben? Wie bist du auf dieses Weingut, daß mir bisher unbekannt war, gekommen?
ich trinke gute deutsche Spätburgunder sehr gerne (und habe auch immer wieder schöne Exemplare im Glas gehabt), aber deine Anmerkungen kann ich trotzdem weitgehend nachvollziehen. Die Sorte ist heikel, viele Erzeuger haben den Holzeinsatz nicht richtig im Griff, und auch der Alkohol wirkt häufiger nicht wirklich gut eingebunden.
Die deutliche Säure hat mich beim Rebholz "R" 00 nicht so extrem gestört. Besser gefiel mir allerdings der gestern mit Markus und Torsten zusammen getrunkene 99ger (naja, das war halt auch das bessere Jahr) des Nachbarn:
Auch mit den Weißweinen von Wehrheim kann ich tendenziell mehr anfangen als mit denen von Rebholz.
Viele Grüße
Bernd
P.S.: Ulla, kannst du noch zwei Sätze zu Landmann schreiben? Wie bist du auf dieses Weingut, daß mir bisher unbekannt war, gekommen?
18.04.2006, 19:30
weinelevin schrieb:Punkte kann ich leider keine vergeben, da ich mich mit dem System noch nie beschäftigt habe.
Gruß weinelevin
Hallo Elevin,
mach Dir darüber mal keine Gedanken. Ich habe am Anfang auch für längere Zeit gar nicht gepunktet.
Es erleichtert letztlich die Kommunikation mit Weinfreunden, aber auch nur dann, wenn sie in etwa wissen, was dem, der die Punkte vergibt, bei einem Wein besonders wichtig ist und was für Vorlieben er hat.
Viele Grüße,
Darius
19.04.2006, 09:53
Hallo Bernd,
ich habe den Spätburgunder/pinot noir am liebsten ganz frei von Röstaromen, also im großen Fuderfaß ausgebaut oder aber in weingrün gemachten (alten oder neuen) kleinen Fässern (was nicht heißt, daß ich anderes strikt ablehne).
Das Tannin/Anthocyan-Verhältnis läßt bei vielen deutschen Spätburgundern einen "Barrique"-Ausbau zudem wenig sinnvoll erscheinen, die Farbstoffausbeute reicht dafür einfach oft nicht, da die Traubenhäute nicht ausreichend ausreifen.
Phenolische Bitternoten haben nach meiner Kenntnis auch damit zu tun, denn sie entstehen bei der Maischegärung durch unzureichend ausgereifte Traubenkerne. Bitterkeit ist beim Spätburgunder für mich allerdings ein Killerkriterium.
Mir haben die Assmannshäuser Höllenberg vom Staatweingut bis ca. Mitte der 90er stilistisch gut gefallen, aber die haben ihren Stil geändert. Adeneuer (den ich sonst sehr schätze) hat seinen Stil leider auch geändert und chaptalisiert seit einiger Zeit alles unterhalb der Auslesequalität, was zu einer alkoholischen Bitterkeit führt. Er hatte mir am Telefon mal angedeutet, es wäre möglich, eine kleinere Menge nicht chaptalisiertes Spezialcuvée zu machen.... vielleicht wäre das mal was als "Forums"wein (also eine ganz normale Spätburgunder Spätlese mit ca. 12,5% alc. und ohne Holz).
Von den drei großen Genossenschaften an der Ahr gefällt mir eigentlich keine, Mayschoss wirkt auf mich künstlich (die normalen Qualitäten mit Gummibärchen-Note/dropsig, die höherwertigen "Ponsart" holzig-alkoholisch), Ahrweiler Winzerverein eG gefällt mir gar nicht (Plörre), Ahr Winzer eG bringt allerdings manchmal eine geradlinige, sorten- und gebietstypische Spätlese oder Auslese hervor.
Das Staatsweingut Kloster Marienthal mit seinen angenehmen und geradlinigen Weinen ist futsch, was jetzt noch bleibt ist Sonnenberg, aber die sind recht dick und wirken fast ein wenig untypisch (als ob sie geschönt würden). Die Krone (Assmannshausen) gibts jetzt auch nur noch mit Holzgeschmack, alles in allem eine eher traurige Entwicklung (für mich).
Mit Pfälzern oder Badenern habe ichs grundsätzlich nicht so, ich stehe auf Spätburgunder von der Ahr und aus dem Rheingau.
viele Grüße
Andreas
ich habe den Spätburgunder/pinot noir am liebsten ganz frei von Röstaromen, also im großen Fuderfaß ausgebaut oder aber in weingrün gemachten (alten oder neuen) kleinen Fässern (was nicht heißt, daß ich anderes strikt ablehne).
Das Tannin/Anthocyan-Verhältnis läßt bei vielen deutschen Spätburgundern einen "Barrique"-Ausbau zudem wenig sinnvoll erscheinen, die Farbstoffausbeute reicht dafür einfach oft nicht, da die Traubenhäute nicht ausreichend ausreifen.
Phenolische Bitternoten haben nach meiner Kenntnis auch damit zu tun, denn sie entstehen bei der Maischegärung durch unzureichend ausgereifte Traubenkerne. Bitterkeit ist beim Spätburgunder für mich allerdings ein Killerkriterium.
Mir haben die Assmannshäuser Höllenberg vom Staatweingut bis ca. Mitte der 90er stilistisch gut gefallen, aber die haben ihren Stil geändert. Adeneuer (den ich sonst sehr schätze) hat seinen Stil leider auch geändert und chaptalisiert seit einiger Zeit alles unterhalb der Auslesequalität, was zu einer alkoholischen Bitterkeit führt. Er hatte mir am Telefon mal angedeutet, es wäre möglich, eine kleinere Menge nicht chaptalisiertes Spezialcuvée zu machen.... vielleicht wäre das mal was als "Forums"wein (also eine ganz normale Spätburgunder Spätlese mit ca. 12,5% alc. und ohne Holz).
Von den drei großen Genossenschaften an der Ahr gefällt mir eigentlich keine, Mayschoss wirkt auf mich künstlich (die normalen Qualitäten mit Gummibärchen-Note/dropsig, die höherwertigen "Ponsart" holzig-alkoholisch), Ahrweiler Winzerverein eG gefällt mir gar nicht (Plörre), Ahr Winzer eG bringt allerdings manchmal eine geradlinige, sorten- und gebietstypische Spätlese oder Auslese hervor.
Das Staatsweingut Kloster Marienthal mit seinen angenehmen und geradlinigen Weinen ist futsch, was jetzt noch bleibt ist Sonnenberg, aber die sind recht dick und wirken fast ein wenig untypisch (als ob sie geschönt würden). Die Krone (Assmannshausen) gibts jetzt auch nur noch mit Holzgeschmack, alles in allem eine eher traurige Entwicklung (für mich).
Mit Pfälzern oder Badenern habe ichs grundsätzlich nicht so, ich stehe auf Spätburgunder von der Ahr und aus dem Rheingau.
viele Grüße
Andreas
19.04.2006, 11:56
@Andreas
hast Du die Weine von Sermann-Kreuzberg von der Ahr schon probiert? Ich war letztes Jahr dort, sehr netter Gutsausschank und freundliche Leute. Das Essen ist auch lecker und man sitzt dort sehr schön.
Die Roten fand ich recht gradlinig und eher klassisch gemacht, zumindest in der Basisversion. Sie machen Spät- und Frühburgunder.
Es gibt auch einen sehr leckeren blanc de noir, ein echter Terassen-, Sommer, Süffelwein
! Sehr lecker.
Natürlich sind die Weine keine echten Schnäppchen, aber die gibt es tourismusbedingt an der Ahr wohl gar nicht! Aber die Weine sind nicht schlecht!
Einen Tip habe ich noch für Dich aus der Pfalz, die 2003er Spätlese von Theo Minges, 10 Wochen Maischestand/Maischegärung (schon ein wenig verrückt und extrem) und zwei Jahre im großen alten Fuderfass gereift und nun vor ein paar Wochen abgefüllt. Verbindet Länge und Komplexität mit Feinheit und Eleganz, für mich mal wieder eine grandiose Leistung von Theo Minges!
P.S. Es gibt auch einen Schwarzriesling der so gemacht wurde, auch hervorragend!
hast Du die Weine von Sermann-Kreuzberg von der Ahr schon probiert? Ich war letztes Jahr dort, sehr netter Gutsausschank und freundliche Leute. Das Essen ist auch lecker und man sitzt dort sehr schön.
Die Roten fand ich recht gradlinig und eher klassisch gemacht, zumindest in der Basisversion. Sie machen Spät- und Frühburgunder.
Es gibt auch einen sehr leckeren blanc de noir, ein echter Terassen-, Sommer, Süffelwein
! Sehr lecker.Natürlich sind die Weine keine echten Schnäppchen, aber die gibt es tourismusbedingt an der Ahr wohl gar nicht! Aber die Weine sind nicht schlecht!
Einen Tip habe ich noch für Dich aus der Pfalz, die 2003er Spätlese von Theo Minges, 10 Wochen Maischestand/Maischegärung (schon ein wenig verrückt und extrem) und zwei Jahre im großen alten Fuderfass gereift und nun vor ein paar Wochen abgefüllt. Verbindet Länge und Komplexität mit Feinheit und Eleganz, für mich mal wieder eine grandiose Leistung von Theo Minges!
P.S. Es gibt auch einen Schwarzriesling der so gemacht wurde, auch hervorragend!
19.04.2006, 14:04
Hallo,
die zweite Flasche nach dem Kauf im letzten Jahr:
Weingut P.J. Kühn
Spätburgunder Barrique 2003
Im ersten Augenblick ist er angenehm pinotfruchtig und reif, zwar mollig aber auch würzig, dicht und kompakt. Holz- und Röstaromen im Hintergrund. Dann ist er aber schon fast zu angenehm. Dem Wein fehlt imho irgendwie die ein oder andere Ecke oder Kante.
Die mancherorts kritisierte warme Stilistik des Weines ist offensichtlich, wenn auch weniger prägnant als letztes Jahr, sie stört mich nicht. Mehr schon die wuchtigen 15% Alkohol. Ich würde zwar nicht soweit gehen den Wein als unharmonisch oder gar brandig zu bezeichnen, dem Alkohol entsprechen Körper und Extrakt, trotzdem will sich kein großes Trinkvergnügen einstellen. Ob sich das noch grundlegend ändert? Zum richtigen Essen (erst wieder im Herbst
) sieht’s aber vielleicht schon wieder anders aus.
viele Grüße
Matthias
die zweite Flasche nach dem Kauf im letzten Jahr:
Weingut P.J. Kühn
Spätburgunder Barrique 2003
Im ersten Augenblick ist er angenehm pinotfruchtig und reif, zwar mollig aber auch würzig, dicht und kompakt. Holz- und Röstaromen im Hintergrund. Dann ist er aber schon fast zu angenehm. Dem Wein fehlt imho irgendwie die ein oder andere Ecke oder Kante.
Die mancherorts kritisierte warme Stilistik des Weines ist offensichtlich, wenn auch weniger prägnant als letztes Jahr, sie stört mich nicht. Mehr schon die wuchtigen 15% Alkohol. Ich würde zwar nicht soweit gehen den Wein als unharmonisch oder gar brandig zu bezeichnen, dem Alkohol entsprechen Körper und Extrakt, trotzdem will sich kein großes Trinkvergnügen einstellen. Ob sich das noch grundlegend ändert? Zum richtigen Essen (erst wieder im Herbst
) sieht’s aber vielleicht schon wieder anders aus.viele Grüße
Matthias
20.04.2006, 21:33
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