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Der Himmel des Weins
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11.03.2010, 11:53
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 11.03.2010 12:48 von Werner.)
Beitrag: #1
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Der Himmel des Weins
Liebe Forumsmitglieder,
im nichtkommerziellen Lebensart-Magazin 'Mahagoni' ist ein Beitrag zu Bordeaux und seinen Weinen erschienen: Bordeaux - der Himmel des Weins Viele Grüße Thomas [Edit Moderation: Embedded Link zu http://www.mahagoni-magazin.de/images/st...deaux7.jpg durch Hyperlink ersetzt, 11.03.2010, 12:48 Uhr] |
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12.03.2010, 18:38
Beitrag: #2
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RE: Der Himmel des Weins
Hallo,
das ist ja alles schön und gut, aber: anything new? Die Informationen im Artikel könnte man aus jedem beliebigen Weinbuch in Kürze kompilieren. Wirklich erhellend ist da wenig bis nichts, dafür sind einige Aussagen zumindest unscharf, wenn nicht falsch: "Das Geheimnis ihrer besonderen Qualität liegt in den Ablagerungen aus Sand und Kies, teilweise mehrere Meter dick, die als Hinterlassenschaft des Atlantiks im westlichen Teil Bordeaux’ anzutreffen sind. Sie ermöglichen eine tiefe Einwurzelung der Reben und einen sehr guten Wasserabzug, auf ihnen wachsen die meisten der berühmten Spitzenweine." - Das gilt nur für das linke Ufer; für das rechte Ufer ist das als Pauschalaussage schlicht falsch. "Das Médoc beheimatet mit Abstand die meisten der hochberühmten Weingüter Bordeaux’ " Das mag vielleicht bis vor rund 20 Jahren so gewesen sein. Seitdem hat sowohl in der medialen Beachtung als auch im Preisniveau das rechte Ufer mindestens gleichgezogen, wenn nicht gar das Médoc überholt. Wirkliche Beachtung finden im Médoc neben den vier Premiers vielleicht noch zwei bis drei Handvoll weitere Güter, auf dem rechten Ufer stehen spätestens seit dem Aufkommen der Garagistes mindesten genauso viele, vielleicht auch mehr Betriebe im medialen Brennpunkt. "Anders als dort [auf dem linken Ufer ] der Cabernet spielt rechts der Dordogne der Merlot die zentrale Rolle als bestimmende Rebsorte. Er verleiht den Weinen dieser Region ihre berühmte Weichheit, Zugänglichkeit und oft überraschend würzige Noten." Wer schon mal einen jungen, wirklich großen St. Emilion oder Pomerol im Glas hatte, weiß, dass man diese Aussage getrost in die Tonne treten kann. Die Weine können in ihrer Jugend genauso hart und verschlossen sein wie ihre Pendants vom linken Ufer. Andersherum können wirklich reife Médocs genauso zugänglich und würzig sein wie Weine vom rechten Ufer. "Nur die wenigsten der wirklich herausragenden Erzeugnisse Bordeaux‘ schaffen es bis in die Supermärkte und Feinkostläden des übrigen Europa. Auch das ein Grund, sich früher oder später einmal selbst nach Bordeaux aufzumachen, diesen Himmel für Weinliebhaber, wo Alltägliches, Besonderes und Weltberühmtes in einer Dichte nebeneinanderliegen, die einzigartig auf der Welt ist." Schlicht und ergreifend falsch, und zwar völlig. Mit Ausnahme von ein ganz paar wirklich marktengen Weinen ist nichts so einfach wie qualitativ relevanten Bordeaux zu kaufen, und zwar überall: man braucht nur ein entsprechend gefülltes Bankkonto und muss wissen, wie man eine Internet-Suchmaschine bedient. Der Rest sind ein paar Mausklicks. Die Chance, vor Ort im Bordelais einen qualitativ relevanten Erzeuger zu entdecken, der nicht vorher schon von zwei Dutzend Journalisten beschrieben wurde und dessen Weine durch einige Weinhändler nach D importiert werden, ist praktisch null - kein anderes Weinbaugebiet auf der Welt wird so systematisch beackert wie Bordeaux. Dazu kommt, dass der Wein vor Ort in aller Regel teurer ist als im deutschen Handel, zumindest dann, wenn man systematische Preisvergleiche anstellt. Mit Ausnahme von ein paar Weinhändlern in den USA und Japan habe ich noch nie derartig hohe, z.T. geradezu lächerliche Preise für Bdx gesehen wie in der Stadt Bordeaux. Und was die grand crus ab Chateau verlangen - wenn sie denn überhaupt etwas verkaufen - kann man getrost als Wucher bezeichnen. Klar, ein Bdx-Liebhaber wird vermutlich aus Interesse mal ins Bordelais fahren; ich war auch ein paar mal da. Aber nicht, um Wein zu kaufen! Gruß Ulli |
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13.03.2010, 13:51
Beitrag: #3
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RE: Der Himmel des Weins
Hallo Ulli,
ich finde es schon lobenswert, dass du dir als Kenner die Mühe machst einen Lifestyle-Artikel über Wein zu lesen. Diese Haltung mag der Leser überheblich finden, aber irgendwann ist es eine Zeitfrage. Habe mich auch kurz durchgeklickt. Sieht nett aus und das Fehlen offener Werbung gefällt mir ungemein. Wir brauchen mehr nichtkommerzielle Internetpräsenz denn das schont Augen und Nerven. Stil-Magazine wie etwa dieses hier oder auch geprintete (von GQ über Playboy zu FINE und Nido) informieren mich immer gut darüber, was kein guter Stil mehr ist: denn es stand ja als guter Stil im Stil-Magazin. OK, noch mehr Stil hätte ich, wenn ich sie ignorieren könnte. Aber soweit bin ich noch nicht. Gruss, Charlie Charlie weinlagen-info.de |
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13.03.2010, 15:55
Beitrag: #4
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RE: Der Himmel des Weins
(13.03.2010 13:51)Charlie schrieb: Stil-Magazine wie etwa dieses hier oder auch geprintete (von GQ über Playboy zu FINE und Nido) informieren mich immer gut darüber, was kein guter Stil mehr ist: denn es stand ja als guter Stil im Stil-Magazin. Hallo Charlie, beim Weintrinken hat mich die Frage nach "gutem Stil" nie sonderlich interessiert. Ich habe Mosel (und andere deutsche Weine) getrunken, als das noch absolut mega-out war. Und ich werde weiter Bordeaux trinken, solange die Qualität stimmt und ich mir die Weine noch leisten kann. Aber generell hast Du nicht ganz unrecht: in Europa ist Bordeaux momentan auf dem besten Wege, "out" zu werden. Die Stil-Eliten orientieren sich um; bei französichen Weinen seit einigen Jahren in Richtung Rhone und jetzt verstärkt auch ins Burgund. Den Bordelaisen wird's egal sein, solange gleichzeitig an anderen Ecken der Welt Lafite & Co. weiter als Ikonen gelten. Gruß Ulli |
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13.03.2010, 17:04
Beitrag: #5
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RE: Der Himmel des Weins
(13.03.2010 15:55)UlliB schrieb: Den Bordelaisen wird's egal sein, solange gleichzeitig an anderen Ecken der Welt Lafite & Co. weiter als Ikonen gelten. Solange "die Bordelaiser" die sind, die am Verkauf von Lafite & Co. profitieren. Aber was ist mit den armen Schweinen an der Basis? »Weintrinker sehen gut aus, sind intelligent, sexy und gesund.« Hugh Johnson |
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13.03.2010, 17:27
Beitrag: #6
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RE: Der Himmel des Weins
(13.03.2010 17:04)Werner schrieb: Aber was ist mit den armen Schweinen an der Basis? Hallo Werner, die haben Pech. Wie überall in Europa: der Weinkonsum sinkt, es gibt harte Konkurrenz aus allen Ecken der Welt... nicht gerade gute Zeiten für Produzenten von einfacheren Qualitäten. Die Regel heißt schlicht "up or out". Brutal, aber letztlich wohl unvermeidlich. Wobei manche Bdx-Basisweine dermaßen lausig sind, dass ich meine: die haben es auch nicht anders verdient. Gruß Ulli |
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